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Schebesta macht sich Bild von Landarztarbeit bei Hausbesuchen

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In dieser Woche begleitete Volker Schebesta den Hausarzt Dr. Wolfgang Stunder bei dessen Hausbesuchen im Harmersbachtal und bekam Einblick in zwei Arztpraxen. Der Landtagsabgeordnete wollte sich ein Bild von der täglichen Arbeit der Landärzte machen. Denn in der Kommunal-, der Landes- und der Bundespolitik ist die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im Ländlichen Raum ein wichtiges Ziel.

Bei den Hausbesuchen gewann Schebesta den Eindruck, dass der Hausarzt in der medizinischen Versorgung viele Vorteile hat. Er kennt die Patienten, deren Familien, ihre gesundheitliche Situation und ihr Umfeld. Dadurch falle es ihm leicht, schnell Beschwerden und Krankheiten zu erkennen, einzuordnen und effektiv zu behandeln. Für viele alte Menschen und deren Familien ist kaum zu leisten, öfter eine Arztpraxis in einiger Entfernung vom Wohnort aufzusuchen. Das Vertrauen zum ihnen bekannten Hausarzt, das häusliche Umfeld der Behandlung und die persönliche Zuwendung durch und während des Besuchs wirken sich sicher positiv auf Heilungsprozesse aus.

Allerdings ist die Zukunft der hausärztlichen Versorgung in Baden-Württemberg alles andere als gesichert. Im Gespräch mit Dr. Stunder und dem ebenfalls als Hausarzt niedergelassenen Dr. Bernhard Büchler in Zell a.H. – in beide Praxen erhielt Schebesta auch Einblick – machten beide deutlich, dass unser Land bundesweit den höchsten Anteil von Ärzten über 54 Jahren an der Gesamtzahl der Hausärzte hat. Wenn 47,7 % der Ärzte dieses Alter erreicht haben, wird es in den nächsten Jahren erheblichen Bedarf für die Nachfolge von Hausärzten geben. Es sei von schätzungsweise 150 Hausärzten jährlich auszugehen, die allein in Südbaden ihre Praxis aufgeben. Dem stehen in Südbaden z.B. im Jahr 2011 gerade einmal 23 Absolventen der entsprechenden Facharztprüfung gegenüber.

Schebesta wies darauf hin, dass gerade deshalb die CDU-geführte Landesregierung noch im Jahr 2010 ein 10 Punkte-Aktionsprogramm „Landärzte“ aufgelegt hat. Dafür wurden knapp 7 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. In einem Baustein werden neue Ansätze für die Versorgung der ländlichen Bevölkerung mit familienfreundlicher beruflicher Tätigkeit von jungen Ärztinnen und Ärzten gefördert. Denn die Mehrzahl der Medizinstudenten sind Frauen, von denen viele nur dann für das Berufsbild Hausarzt gewonnen werden können, wenn die Tätigkeit auch mit einer Familie vereinbar ist. Daneben werden Projekte für die notärztliche Versorgung und für die ärztliche Versorgung in Pflegeheimen unterstützt.

Auch auf Bundesebene ist reagiert worden. Mit dem sogenannten „Landarzt-Gesetz“ wurde z.B. die Voraussetzung dafür geschaffen, dass die ärztliche Versorgung künftig nicht mehr nur auf Stadt- und Landkreise bezogen festgestellt wird. Denn trotz mancher Knappheit im Ländlichen Raum gilt der gesamte Ortenaukreis als überversorgt mit Ärzten. In Höhe von 200 Millionen Euro sind dann auch finanzielle Anreize für niedergelassene Ärzte in unterversorgten Gebieten vorgesehen. Dr. Büchler warb gegenüber Schebesta dafür, dass auch mit Quoten für den Zugang zum Medizinstudium die Chance auf mehr Hausärzte erhöht wird.

Unterstützung für die ärztliche Versorgung im Ländlichen Raum. Schebesta begleitet Landarzt Dr. Stunder bei Hausbesuchen und spricht mit ihm sowie Dr. Büchler (Foto in dessen Praxis, Quelle: Offenburger Tageblatt, Dietmar Ruh) in Zell a.H. über Situation der Hausärzte
Unterstützung für die ärztliche Versorgung im Ländlichen Raum. Schebesta begleitet Landarzt Dr. Stunder bei Hausbesuchen und spricht mit ihm sowie Dr. Büchler (Foto in dessen Praxis, Quelle: Offenburger Tageblatt, Dietmar Ruh) in Zell a.H. über Situation der Hausärzte

© Volker Schebesta 2012